Die Nachteile von Design-Crowdsourcing wie designenlassen oder 12designer

 

Eine Gegenüberstellung der beiden Methoden, Design zu bekommen:

Hat der, der stark auf die Kosten schauen muss und lediglich das billigere Designenlassen oder 12designer.de oder andere Crowdsourcing-Portale wie Jovoto beauftragt, denn mit dem Design kein professionelles Design eingekauft? Kein wertvolleres Unternehmen bekommen? Und warum nicht? Eine Gegenüberstellung der beiden Methoden Design zu bekommen.

Wolkige Behauptungen

Ob und wie ein ordentlicher, in Inhalt und Form klar strukturierter Auftritt genau in Zahlen nutzt, wird man nie genau ausrechnen können. Andersherum wird ein Schuh draus: Dass ein wirrer, unästhetischer Auftritt, in dem nichts zusammenpasst, der Reputation in Richtung unseriös und unordentlich schadet, das ist klar. Gutes Design ist nicht nur Kreativität, es ist Ordnung.

 

Als kosten- und qualitätsbewusster Mittelständler die richtige Entscheidung treffen

Wo die elementaren Unterschiede zwischen Crowdsourcing-Portalen und einem individuellem professionellem Design eines Designbüros liegen. Ich nenne die Kosten zuerst, weil viele Auftraggeber mangels weiteren Wissens über Unterscheidungskriterien zuerst einmal nur anhand von Kosten unterscheiden.

Die richtige Entscheidung treffen

 

K O S T E N

Crowdsourcing-Portal:

Kosten pro Einzel-Auftrag: von ca. 200,00 EUR (z. B. 20 Logos von 16 Designern ) bis  ca. 600,00 EUR ( z. B. 12 Screendesigns von 6 Designern)

Designbüro:

Kosten pro Einzel-Auftrag: ebenfalls ab  200,00 – 300,00 EUR bei einem sehr kleinen Designbüro (z. B. 1 Logoidee des Auftraggebers umsetzen)  bis  ca. 1200,00 EUR (z. B.  Screendesign-Entwürfe inkl. vorangegangener Analyse)

 

V I E L F A L T  / K R E A T I V I T ÄT

Crowdsourcing-Portal:

Pro Auftrag viele Designer = viele Handschriften.  Schein-Vielfalt: Oftmals sehr ähnliche Lösungen, da von den dortigen Designern grundsätzlich vordergründige, nahe liegende Lösungen angestrebt werden, um genommen zu werden. Der hohe Konkurrenzkampf, das niedrige Honorar und die niedrige Chance, zu „gewinnen“ fördern einen gewissen Main Stream Style, der Ihr Unternehmen nicht unbedingt einzigartig macht.

Designbüro:

Pro Auftrag 1-2 Designer in Zusammenarbeit mit 1 Texter/Konzepter = 1 durchdachte Handschrift für Ihre individuelle Problemlösung. Ob Ihnen diese eine typische Handschrift zusagt, können und sollten Sie bereits vorher in den Referenzen einsehen dürfen und erkennen.

 

Crowdsourcing-Portal:

Herrlich bequeme Aussichten: die vielen Entwürfe ansehen und nach Geschmack entscheiden.Viele Leute können sich allerdings wegen der schieren divergenten Masse kaum entscheiden, was nun das Richtige ist.

Designbüro:

Verlangt Mitarbeit und deutlich mehr Input auch während des Prozesses vom Auftraggeber. Bequem ist das nicht, es ist Arbeit. Es werden am Schluss des sehr konvergenten Prozesses nur wenige finale Endversionen angestrebt, die bereits in die richtige Richtung gehen.

 

B E R A T U N G

Crowdsourcing-Portal:

Die Briefings vieler Auftraggeber dort sind  – wenn ohne weitere Beratung, die durchaus angeboten wird – recht flach, banal. Das fördert flache, banale Design-Lösungen.

Designbüro:

Beratung immer und besonders im Vorfeld: Ein professionell arbeitendes Designbüro hilft seinem Auftraggeber, anstelle eines flachen Briefings ein aussagekräftiges, punktgenaues Briefing zu erstellen. Das fördert Lösungen, die spitz auf Ihrer Marke sitzen.

 

F E E D B A C K

Crowdsourcing-Portal:

Kein echter Re-Brief (= umfassendes schriftliches Feedback, ob und was verstanden wurde und wie das Designbüro gedenkt, das umzusetzen. MIt anschließender Diskussion und Beschluss). Die Designer dort haben offensichtlich nur die technische Möglichkeit, vereinzelte Fragen zu stellen.

Designbüro:

Ein professionelles Designbüro macht immer ein solches Re-Brief, bevor es beginnt. Das verbessert die Arbeitssicherheit von Auftraggeber und Auftragnehmer, führt zu sichereren Ergebnissen.

 

S K A L I E R B A R K E I T

Crowdsourcing-Portal:

Wenn das Projekt beendet ist, kann mit dem Gewinner-Designer auf weiteren Projekten weitergearbeitet werden. Schön, denn ein eingearbeiteter Anbieter ist immer gut. Risiko: Es ist jedoch oft nicht klar, ob er auch Webdesign beherrscht, wenn er vorwiegend als Logoanbieter in Erscheinung trat.

Designbüro:

Bei einem Logo erstellenden Designbüro ist dem Auftraggeber von vorneherein klar, kann es / macht es auch Webdesign oder nicht. Er kann im Vorfeld das Leistungsspektrum prüfen, bevor er seine Aufträge vergibt.

 

„Wertschätzung – ist oft eine Frage des Wissensstandes.“

Dieser  kluge Satz stammt aus einem Wildblumenbuch, das Wertschätzung über das Wissen über Wildblumen transportiert: Viele wissen nichts über sie, schätzen sie daher nicht und vernichten sie als Unkraut, aber sie sind wertvolle Arzneimittel.

Kein AGD oder BDG hat diesen klugen Schlüsselsatz jemals so über Design gesagt, ein großes Versäumnis.

Er passt auch perfekt zu der Frage: Design von einem Crowdsourcing-Portal? Selbst machen? Oder lieber von einem Designbüro individuell machen lassen? Man sieht als fachfremder, mittelständischer Entscheider normalerweise die Unterschiede, die Konsequenzen nur unscharf. Kann sich einfach nicht entscheiden, weil man zuwenig darüber weiß. Vielleicht weiß man jetzt mehr.

 

Meinungen anderswo über Logo-Crowdsourcing

„Stay away from these crooks!“
//www.complaintsboard.com/byurl/logobylogo.co.uk.html

Offener Brief an Designenlassen.de
//www.fontblog.de/offener-brief-an-designenlassen-de

SZ-Artikel: „Führen für Designer nie zum Erfolg“ mit dem überall unermüdlichen Herrn K. als Hauptkommentator
//jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/475974

Alles unklar und unscharf
Um welche Pflanze handelt es sich?