Die klassischen Irrtümer, wenn Designer beauftragt werden

Erfahrene Auftraggeber wissen:

 

Man ist bei freiberuflichen Designern kein ‚Kunde‘.

Ein Kunde kauft ein bereits fertig hergestelltes Produkt (!) oder ändert an ihm nur einige fertige Parameter, die es ebenfalls schon gibt.

Du konfigurierst und kaufst beispielsweise als Kunde Laufschuhe per Klick, ob sie schwarzweiß oder mit rosa Streifen sein sollen. Oder du kaufst vorgefertigte Templates.

Du willst hier jedoch für die Zukunft etwas designen oder/und texten lassen. Diese Dinge gibt es noch nicht. (Hoffentlich)

 

Du bist damit der Auftraggeber.

Das ist eine andere Rolle.

Als solcher beauftragst du in die Zukunft die Fertigung eines hochindivuellen Werks (!), das es noch nicht gibt.

Du erteilst diesen Auftrag, teilst damit verbindlich an diese Experten deine Ziele mit und ihr vereinbart beide, wie man dahin kommen soll. Mit einer verbindlichen Vereinbarung, wann ihr beide es in angemessener Zeit als fertiggestellt betrachtet.

Danach lässt man dann den guten Mann oder die gute Frau oder das ganze Team machen.

Du hast sie ausgesucht als Experte, damit sie für dich eine Lösung erarbeiten. Wenn dir oder wenn euch beiden das Ergebnis nicht taugt, dann überprüft ihr beide in Ruhe eure Zielvorgaben und eure Vorstellungen, wie man dahin gelangt ist. Meist ist in diesen Vorgaben etwas falsch. Bewahrt Ruhe und besprecht das nochmal. Es wird wertvolle und geldwerte Erkenntnisse geben. Welchen fehlen, wenn man erbost abbricht.

 

Du bist nicht der einzige Auftraggeber.

Ein Freiberufler wie ein Architekt oder ein Designer hat immer mehrere Auftraggeber. Er wäre sonst scheinselbständig oder abhängig beschäftigt.

 

Der kluge Auftraggeber erwartet von guten Designern keine hellseherischen Fähigkeiten.

Wir können wie jeder Mensch dein Innerstes nicht sehen und ahnen als normale Menschen nicht sofort was du willst. Obwohl es Küchentisch-Grafiker gibt, die behaupten das zu können. Glaube ihnen nicht.

 

Kompetente Designer wenden kein Cold Reading an.

Küchentisch-Grafiker wenden vielleicht dieses Cold Reading an. Cold Reading ist ursprünglich der von Zauberkünstlern und Mentalisten verwendete Fachausdruck für Techniken, den Eindruck eines vorhandenen Wissens über ihn und seine Wünsche also eines Gedankenlesens zu erwecken.

 

Diese Freiberufler spielen also nicht Las Vegas und verärmeln dich damit schon in der Akquise.

Taschenspielertricks wie das Cold Reading, um uns als ‚einfühlsame Hellseher‘ zu positionieren und dich damit in der Akquise bequem einzutüten, wenden wir fairerweise nicht an.

 

Weil du nicht nach allen Regeln der Kunst schon in der Akquise verärmelt werden willst, meide diese ‚Gedankenleser‘.

Und sage deinem Designer gleich, was du genau brauchst und welche Ziele du damit verfolgst.

Ein gutes Projekt in unserer Branche braucht nicht Stummheit und Zurücklehnen mit „Ich bin gespannt, was Ihnen dazu alles einfällt!“ (verheißt dem geneigten Designer nichts Gutes, denn es wird diesem Auftraggeber nie passen … obwohl er es vorher beteuern wird) – und auch nicht esoterische Gefühlsstimmungen. Denn dann wirds neblig mit wabbligem Boden unter den Füßen. Da versinkt es sich für beide schnell.

Sondern es braucht dringend klare ausreichende Kommunikation. Designere (lat.) heißt planen, zeichnen. Es heißt nicht: Hauche deine diffusen Gefühle, die du jetzt mal grade hast aufs Papier. Und morgen dann andere Gefühle, weil gestern war gestern.

Design ist Exaktheit und Planung. Ein guter Grafikdesigner liebt geistige Ordnung und gestaltete Ordnung über alles. Die allerbesten sind Ordnungsfanatiker.

 

Richtig gute Designer haben nichts gegen Gefühle und gute Chemie.

Sie wiissen: Gefühle sind immer mittels Ratio (verbindliches Briefing, Ziele, Endkunden-Bedürfnisse erfüllt?) zu überprüfen.

 

Kompetente Designer wollen mit ihren Entwürfen nicht deiner Ehefrau oder deinem Partner gefallen.

Sie arbeiten Endkunden-orientiert.

Uns interessieren – in deinem Interesse, denn du willst an sie etwas empfehlen oder verkaufen und nicht an dich – nicht deine Partner oder Verwandten sondern deine Endkunden.

Und was letzere brauchen, fühlen und schätzen. Du bekommst von uns genau für diese durchdachte Arbeiten mit Frische und Köpfchen – für die Bedürfnisse und Gefühle deiner Endkunden.

 

Ein kluger Auftraggeber fordert Designer und Konzepter mehr als nur InDesign, Adobe Illustrator oder Premiere anzuwerfen.

Oder anders gesagt: Wenn du Designer nur anheuerst, weil du diese Programme nicht beherrschst, dann tust du dir keinen Gefallen. Du wirfst echtes Geld hinaus, denn diese damit stark unterforderten Burschen können unendlich viel mehr – und du nutzt das nicht. Du kannst für fast das gleiche Geld wesentlich mehr bekommen!

Was für eine Verschwendung an Möglichkeiten. Diese Designer und Texter können dir mehr Mehrwert liefern als nur in diesen Programmen nach deinen Vorgaben herumzutippen. Ein guter Auftraggeber weiß das, holt sie richtig ins Boot und fordert sie damit richtig.

Wenn du nur Peanuts bestellst … wirst du nur Peanuts bekommen.