Unterschied Mediengestalter zu Kommunikationsdesigner

Indischer Elefantenkopf, bunt mit Blumen bemalt

Mediengestalter und Kommunikationsdesigner sind nicht das Gleiche. In Kurzform: Der Mediengestalter sagt, dass etwas schön ist – der Kommunikationsdesigner kann aber sagen, warum.

Beispiel:

Frau K., Unternehmensberaterin, braucht einen Geschäftsauftritt mit Website, Visitenkarte und Briefbogen. Ihr Wunsch ist eine puristische Gestaltung, die durch einen dezenten grafischen Kontrapunkt Interesse wecken soll.

 

Der Mediengestalter (in München und Umgebung*)

Der Mediengestalter setzt die Ideen des Auftraggebers mit seinen handwerklichen und kreativen Mitteln umgehend um. Vorher klärt er vielleicht noch kurz (ratsam) mit Moodboards oder ähnlichem, was sich die Auftraggeberschaft unter „dezent“ oder „puristisch“ genau vorstellt (Auftragsklärung). Texte kommen in der Regel vom Auftraggeber.

 

Indischer Elefant, am Kopf bunt bemalt.

Der Kommunikationsdesigner (in München und Umgebung*)

Der Kommunikationsdesigner betrachtet und respektiert diese Wunschvorgabe als Tonality- und Geschmacks-Idee, als einen Punkt unter vielen. Tonality ist für einen Profi wie ihn als Teil eines Briefings zu betrachten und kommt für ihn eher am Schluss eines Briefings. Er setzt ihn nicht umgehend um, da für ihn das Briefing der Auftraggeberin noch nicht komplett ist. Er bittet sie um ein umfassendes Briefing und re-brieft es. Das heißt, er klärt mit ihr, was er verstanden hat, weist auf Widersprüchlichkeiten hin und klärt zusammen mit der Auftraggeberin Zielvorgaben. Vor allem die der Website. Denn eine Website ist nicht einfach eine digitale Broschüre. Erst dann legt er los. Texte werden bei ihm professionell getextet und an einen Texter beauftragt, mit dem er sinnvollerweise eng zusammenarbeitet. Oft kommen sie noch vor dem Design („Am Anfang war das Wort.“). Der Kommunikationsdesigner kümmert sich neben Text auch um Sound und Haptik.

Das ist doch viel zu umständlich, warum macht er das so?

Er ist geschult, mit Design und Text, richtig, also zielgruppengerecht anzusprechen. Er arbeitet umfassender und zielorientierter als ein Grafikdesigner. Er will, dass das Design nicht nur schön, sondern dazu auch sinnvoll ist, dass Text und Bild kreativ und an Ratio und Emotion überzeugend kommunizieren. Dazu gehört, dass der Kommunikationsdesigner, bevor er designt, klärt und weiß, mit wem im Markt kommuniziert werden soll und welchen Typus Mensch, welches Gefühl die Optik und die Inhalte ansprechen sollen.

 

Indischer Elefant, am Kopf bemalt. Hier Auschnitt Auge, ganz.

Der Kommunikationsdesigner differenziert: Gender, Branche, Habitus

Adressiert der Auftraggeber beispielsweise vorwiegend KMU und darin vorwiegend Männer, technisch orientierte CEOs? Das kann unter Umständen bedeuten, dass das Design wesentlich kräftiger und straighter ausfallen sollte, statt minimalistisch und mit einem dezenten Swoosh.  Solch eine Wunschvorgabe eines Auftraggebers wird von ihm durchaus respektiert. Wenn er jedoch zu einer anderen Lösung als der Wunschvorgabe kommt, sagt er das offen und klärt den Unterschied, die Spannbreite zwischen persönlichem Geschmack und Ansprechen der Zielgruppe.

Und natürlich ist er auch Grafikdesigner.

 

Was ist dann ein: Grafikdesigner?

Vier Betrachtungen aus dem Volk:

Ein Grafikdesigner ist jemand, der am Computer arbeitet. Was mit Medien!

Ist doch klar, was das ist. Kenn‘ sogar einen Grafikdesigner, der macht uns den Flyer für die nächste House-Party.

Die machen Kunst! Wir haben schöne Designer-Lithografien daheim hängen. Hatte wir damals auf einer Grafikdesigner-Ausstellung gesehen und gleich gekauft.

Grafikdesigner? Das sind doch diese eitlen, hochgestochenen Typen. Einmal ein anderes Bild in der Unternehmensbroschüre gewollt, schon zicken sie. Nie wieder!

 

Indischer Elefant. An Kopf, und hier Auge, bunt bemalt.

Was sagt unser gutes Wikipedia dazu:

Grafikdesign zeichnet sich oft durch Simplizität, Funktionalität und Anonymität aus, wie diese Piktogramme des National Park Service illustrieren.

Grafikdesign ist die Gestaltung von visuellen Inhalten in verschiedenen Medien, die durch ihre Darstellung anderen Menschen etwas mitteilen. Dabei kommen vielfältige künstlerische und technische Mittel zum Einsatz.

Und noch:

Der Begriff Grafikdesign wurde von William Addison Dwiggins (* 1880; † 1956) 1922 geprägt. Vorher waren Drucker, Typografen, Schriftsetzer, Grafiker und Designer oft ein und dieselbe Person. Heute sind Grafik, Design und Visuelle Kommunikation eine Untergruppe des Kommunikationsdesigns.

„Heute sind Grafik, Design und Visuelle Kommunikation eine Untergruppe des Kommunikationsdesigns.“

Wie im oberen, angewandten Fallbeispiel beschreiben.

 

Grafikdesigner arbeiten heute überall

In der Werbung, in Agenturen, in der Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations), sie erfüllen Kommunikationsaufgaben in Wissenschaft und Kultur.

 

Indischer Elefant, am Kopf mit Blumen bunt bemalt.

Grafikdesigner (sollten) können

zeichnen, illustrieren, typografieren. Das kommt traditionell aus der frühen Plakatgestaltung des letzten Jahrhunderts, dem frühen Grafikdesign. Aber nicht alle können zeichnen. Dennoch sind sie Grafikdesigner.

Sie machen klassisches Print wie Magazine, Bücher, Plakate, Karten und Broschüren, sie machen digitale Gestaltung wie Screendesign, Webdesign. Illustration, Fotografie, Typografie, Druckgrafik, DTP (Desktop-Publishing), Werbung, Branding, Corporate Design, Ausstellungsgestaltung, Film. Aber nicht alles auf einmal. In der Regel sind zwar dafür breit ausgebildet, in der Praxis jedoch auf bestimmte Punkte spezialisiert.

 

Geschützte Berufsbezeichnung

Grafikdesigner ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder kann sich so nennen. Nur der Diplomgrad ist geschützt (Diplom-Designer). Die Ausbildung dazu erfolgt in Akademien, Fachhochschulen.

Die Ausbildung zum Grafikdesigner erfolgt in Berufsfachschulen. Beides ist staatlich anerkannt.

 

Zugangsvoraussetzungen

Beide, der angehende Grafikdesigner und auch der angehende Diplom-Designer müssen sich mit einer Mappe erfolgreich beworben haben und dazu noch eine gesonderte Aufnahmeprüfung bestanden haben.

 

Weitere Designer-Topoi

Industrie-, Produkt-, Mode-, Foto- und Webdesigner.

 

Und wieder zurück zum Kommunikationsdesign

Wikipedia sagt:

Das klassische Grafikdesign beschränkt sich seit einigen Jahren nicht mehr nur auf das Gestalten von und mit grafischen Formen. Deshalb wird zunehmend der Begriff Kommunikationsdesign als ein Oberbegriff angenommen, der neben der Visuellen Kommunikation auch noch die Verbale und die Audiovisuelle Kommunikation beinhaltet.

 

Zu guter Letzt: Werbeagenturhierarchien

Der Grafikdesigner erledigt in Werbeagenturen die grafische Umsetzung. Ein sogenannter Art Director oder Creative Director macht dort die Konzeption. Er entwickelt die Kommunikations-Ideen. Konzeptionsbegabte Texter stellen nicht selten den Creative Director.

 

*München und Umgebung:

z. B. Aschheim Dachau Erding Freising Geretsried Landsberg  Starnberg Puchheim.

*In ganz  Bayern:

Amberg Ansbach Aschaffenburg Augsburg Bad Kissingen Bad Reichenhall Bamberg Bayreuth Coburg Dachau Deggendorf Dillingen an der Donau Dinkelsbühl Donauwörth Eichstätt Erlangen Forchheim Freising Fürstenfeldbruck Fürth Germering Günzburg Hof Ingolstadt Kaufbeuren Kempten (Allgäu) Kitzingen Kulmbach Landshut Landsberg am Lech Lindau (Bodensee) Marktredwitz Memmingen Neuburg an der Donau Neumarkt in der Oberpfalz Neustadt bei Coburg Neu-Ulm Nördlingen Nürnberg Passau Regensburg Rosenheim Rothenburg ob der Tauber Schwabach Schwandorf  Schweinfurt Selb Straubing Traunstein Weiden in der Oberpfalz Weißenburg in Bayern Würzburg

Die Anfahrt innerhalb Bayerns ist kostenfrei.

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