Designbriefing

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Designagentur München | Wichtig für Auftraggeber von Logodesign, Webdesign und Corporate Design


Oder anders: Wie Designprojekte garantiert scheitern.
Eine Anleitung mitten aus dem Designbüro in 3 Schritten.

… und am Schluss:
Wie man als Auftraggeber und als Designbüro sein Designprojekt zum Erfolg führt.

 

Chaos, viel Ungeklärtes, Unsicherheit ist bei kreativen Projekten noch häufiger als bei IT-Projekten. Hohe Kreativität ist von beiden Seiten fälschlicherweise oft als „völlig normal“ mit Chaos/Unordnung/Regellosigkeit assoziiert. „Es ist irrational, das muss etwas Kreatives sein!“ Diese Einstellung rächt sich.

Einige vielversprechende kreative Projekte enden in der Sackgasse. Versäumnisse, überschießende oder falsche Erwartungen von beiden Seiten fahren sie an die Wand oder killen sie ganz.

 

Bei manchen Projekten war von Anfang an der Wurm drin, weil sie diese drei Schritte des Scheiterns streng beachteten:

 

1. Schritt: Unsicherheit. Der Designer hat kein Selbstbewusstsein und stellt dem Auftraggeber kaum Fragen. Und legt schon mal brav los.

 

Fragen wie:

 

Was macht Sie/Ihr Unternehmen anders?

Was hebt Sie von all den anderen Unternehmen ab, die die gleichen oder die ähnliche Dinge anbieten?

Hier braucht es eine solide, belastbare Antwort von Ihnen an den Designer und Texter, an die Designagentur. Machen Sie kein Spiel oder Geheimnis draus, welches diese dann per sofort zu liefernder Gestaltung zu erraten hätten. Kreative verfügen nicht über Telepathie.

Nur wenn diese Sie vorher verstanden haben, können sie Ihre besondere Unternehmenskultur verinnerlichen und begreifen, wie Sie sich im Service, Produkt, Arbeitswelt und Herangehensweise von anderen unterscheiden.

Denn genau das muss sich dann in der Textkonzeption und der Gestaltung des Designbüros widerspiegeln.

Dass Designer und Texter das fragen, dass eine Designagentur dazu Antworten einholt, ist immens wichtig. Nicht lästig oder frech oder unnötig. Im Gegenteil: Es ist ein gutes Signal, dass sie ihren Job verstehen und von Anfang an gut machen. Nur Stümper oder Blender fragen nichts.

Die Konsequenz: Werden keine klaren Antworten eingeholt, dann wird das Design zu hundert Prozent beliebig, unklar. Die Texte werden schwammig. Der Auftraggeber (Sie) wird unzufrieden und spielt Gestalter, greift sogar in Details ein. Was nicht Ihr Job ist. Sie tun damit das, wofür Sie Ihr gutes Geld hinlegen: Sie machen unsere Arbeit …

Die unangenehme Folge: unendlich viele Änderungsschleifen, teures Nachdenken erst anhand teurer fertiger und immer wieder umgeworfener Gestaltungen, Kostenüberschreitung, Unzufriedenheit, null Bock aller Beteiligten, Projektverschleppung, schlechtes (= irrelevantes, nicht zugespitztes Design, irrelevante Texte, die nicht auf dem Punkt sind).

Wenn Sie es nicht schaffen: Eine gute Designagentur wird Sie darin unterstützen, Ihre Einzigartigkeit, Ihr Profil genau und verbindlich zu formulieren. Bevor sie mit einem Kostenangebot um die Ecke kommt und bevor sie Kreation beginnt. MISSING LINK formuliert Profile.

 

 

 2. Schritt: Mindset Money for Nothing! Beide Seiten denken heimlich, Design ist keine richtige Arbeit.

Die Vorstellung von kreativer Arbeit als Nichtarbeit ist weit verbreitet. Wer einmal eine gewisse Zeit in einer Agentur verbracht hat, sieht jedoch, dass die Menschen dort hart arbeiten. Die Zeiten von Mad Men und ihrer lässigen Martinis während der Arbeitszeiten sind definitiv vorbei. Design, Gestaltung, Text sind beinhartes Handwerk. Es ist nicht schlimm, dass Leute auf der Straße so denken, Designer sind das gewohnt. Wenn jedoch der Auftraggeber das denkt und es auch zeigt, kann dieses Mindset zum Problem werden und das Projekt zum Scheitern bringen.

Wie: Ein solcher Auftraggeber neigt dazu, Kreatives entweder als puren Zufall, als zufällige Leistung unter der Dusche, oder als digitale Knopfdruck-Sache zu betrachten. Das kann er notfalls auch, ist er fest überzeugt. Daher ist er weder bereit, ein realistisches Budget zur Verfügung zu stellen noch die entsprechenden Fragen zu beantworten, die er für überflüssige Neugierde von unbefugten Unternehmensfremden hält.

Das sabotiert den geerdeten Start eines Designprojekts und lässt es krachend scheitern. Nicht jeder Designer traut sich, ein derart schlecht unterfüttertes Projekt, das schlechte Ergebnisse und Unzufriedenheiten auf beiden Seiten erzeugen wird, abzulehnen. Weil auch mancher Designer immer noch denkt, vielleicht ist sein Beruf keine richtige Arbeit …

 

3. Schritt: Keiner tut den Job, den er soll. Der Designer macht Strategie, der Auftraggeber übernimmt die Kreation.

Es gibt nicht wenige Projekte, bei denen dem Designer keine unternehmerische Strategie, keine planvolle Ausrichtung mitgeteilt wird. Oder einfach keine zu existieren scheint. Aus Notwehr, damit er seine eigentliche Arbeit machen kann, „formuliert“ der Designer die von ihm erfühlte Strategie im Re-Brief aus.

Das Unternehmen winkt das Traktat ungeduldig durch. Weil es ihnen nicht wichtig ist und sie nicht verstehen, warum es wichtig ist. Scheitergefahr: Ist die ausformulierte Strategie als Basis der Gestaltung falsch, wird sie vom auftraggebenden Unternehmen nicht gelebt, dann sendet das Design falsche Botschaften. Das Projekt wird vom Auftraggeber wie von der Designagentur komplett an die Wand gefahren. It takes two to tango.

 

Umgekehrt kommt es nicht unselten vor, dass der Auftraggeber seinen persönlichen Geschmack stattdessen für die strategische Ausrichtung hält.

Der Old-School-Marketeer-Geschichte vom Wurm und vom Angler hört er gequält zu, um schnell zu seinen Korrekturen zu schreiten. Denn er hat das Design schließlich bezahlt.

Es beginnt eine Kette von ärgerlichen Missverständnissen: Der Designer versucht zu retten: so etwas wie eine gefühlte strategische Ausrichtung im Design durchschimmern zu lassen – der Auftraggeber seinerseits versucht zu retten, indem er seinen persönlichen Geschmack hineinkorrigiert. Scheitergefahr: Ein solches Design hat rasch keine eigene Linie mehr. Dem Auftraggeber mag es eine Zeitlang sogar gefallen, weil das meiste von ihm stammt – doch das Design ist unklar ausgerichtet, ihm fehlen die klaren Botschaften, es ist einfach nur das: geschmäcklerisch. Oft auch peinlich. Es funktioniert damit nicht wie es soll. Wie sich in der Praxis herausstellt. Es wird bald eine neue Designagentur beauftragt … same game.

 

Wann Designprojekte für beide erfolgreich werden:

Nur mit Respekt und Reflektion. Meiden Sie überbrave Designer. Respektiert den Wert von Design, respektiert euch gegenseitig bis zum Schluss, macht jeder seinen Job wie er soll und verwechselt nicht Strategie mit persönlichem Geschmack.

 

 

 

 

 

Nie wieder Briefings - dennoch sofort Ergebnisse

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Creative Brief


Was ist der richtige Style? Wir machen uns einen Kopf für Sie! Die 4 Gründe:

Die Wohltat aus München:

Keine Kreativ- und Stil-Briefings mehr erstellen müssen.

 

Wir brauchen diese Grafikdesign-Briefings (auch Creative Briefings genannt) gar nicht mehr von Ihnen. Bei denen sich alle, auch Profis, sowieso meist schwer tun, gute zu erstellen.

Wir haben stattdessen für Sie etwas Besseres:

Abgesicherte Fakten, in welchem grafischen Stil und in welcher verbaler Richtung Ihr neuer Auftritt sein muss.

Wer Ihre wirkliche Zielgruppe ist, anschließend Vorschläge für ein zielgruppengerechteres Grafikdesign und Moodbards dazu.

Konkrete Beispiele für Ihr neues Grafikdesign, für Ihre besseren Claims, für Ihre fesselnderen Texte.

Wir packen beim ersten Treffen schon – statt passiv Ihre Kekse weg zu futtern und in Ihrem Büro möglichst interessiert zu gucken – unsere Vorschläge für Sie aus.

 

Es ist innovativ

Es ist disruptiv.

 

Die 4 Gründe, warum wir das machen.

Was Sie davon haben werden.

 

1.
Ihre Arbeits- und Zeitersparnis. Sie müssen bei uns keine Grafikdesign-Briefings erstellen und liefern.

Das ist zum einen für Sie anstrengend, geht von Ihrer wertvollen Zeit ab und wird trotzdem selten so, dass ein Designer oder Texter keine Fragen mehr hat. Zum anderen haben Sie oft keine Gewissheit, ob Ihre grafischen Vorstellungen wirklich exakt zu Ihrer Botschaft passen.
 

2.
Es liegen bereits beim Erstgespräch Ergebnisse auf Ihrem Tisch. Denn wir beide, Grafikdesigner und Texter, nahmen uns vorher die Zeit, Ihren Marktstatus zu recherchieren, Analysen zu erstellen, Ihre Konkurrenz zu analysieren.
 

3.
Es kostet Sie nichts extra.
 

4.
Es ist schnell: ohne Umschweife sofort Grafik und Texte auf dem Punkt. Kein pseudo-intellektelles Designer-Gerede. Buchen Sie stattdessen uns. Zu wissen, wie der Fuchs und der Hase läuft.

 

 

 

 

Wie man der Briefinghölle entkommt

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Der direkte Weg in die Briefinghölle

… oder wie man als Auftraggeber Geld und Nerven verliert.

 

Die 7 schlimmsten Fehler beim Briefing an die Designagentur

… als direkter Weg in die Hölle von unnötigen Kostensteigerungen, Stress und Misserfolg.

Schuld ist die gemeinsame Gedanken-Vorhölle beider, von Auftraggeber und Agentur/Designer.

 

Vorhöllengedanke 1: „Design ist doch nur die Unterabteilung des Werbe-Jobs.“

Im Gegensatz zur Werbung, die stellenweise als hoch-strategisch begriffen wird und Chefsache ist (TV-Spots z. B.) von Vorstand und Hauptwerbeleiter, wird das Design in größeren Firmen meist an das mittlere Management, an Produktmanager oder Fachabteilungen delegiert. Und kommt so nebenbei delegiert bei den Agenturen und Designern an. Ein Großteil der werbetreibenden Auftraggeber hat kein Bewusstsein für die Wichtigkeit von Design und über das Erfolgspotenzial optimaler Design-Lösungen für Auftritte und Produkte. Design ist jedoch Chefsache.

 

Vorhöllengedanke 2: „Design entsteht am besten in aller Ruhe am Computer.“

Stimmt nicht. Design ist keine Insellösung von Einzelkämpfern. Gute Design-Lösungen sind eine Art „Gesamtwerk“, das aus gutem Inhalt (Text, Botschaft) und interessanter Oberfläche entsteht. Dazu gehören Gespräche mit den Inhaltsverantwortlichen genauso wie mit den Marketingverantwortlichen und dem Vertrieb. In der Praxis redet der Agentur-Kontakter nur mit der Marketingabteilung des Auftraggebers und der Job wird vom angestellten Designer, der oft bei den Gesprächen gar nicht dabei war, nur auf trendige Oberfläche reduziert.  Zudem gehen sie zu rasch an den Computer. Der Texter wird erst gar nicht gefragt. Der gute Brauch von gedanklichem Konzept, von Vorskizzen und Gesprächen zwischen Texter und Art Direktor scheint der Vergangenheit anzugehören.

Die schöne Design-Oberfläche allein funktioniert jedoch nicht, wenn z. B. die Texte in der Qualität oder in der Ausrichtung hinterherhinken. Dann wirken sie unfreiwillig kontraproduktiv bis komisch.

Ich persönlich versuche immer, den Auftraggeber zu überzeugen, dass Text zwingend zu Design gehört. Dass beide eine Einheit sind, die sich zu ergänzen haben. Keines von beiden darf vernachlässigt werden. Leider stoße ich oft auf taube Ohren: Zu weit ist die Design-Manie und die alleinige Vergötterung der schönen Oberfläche vorangeschritten.

 

Vorhöllengedanke 3: „Es muss uns doch gefallen.“

Leider sehr unprofessionell. Weit verbreitet bei Gründern, Startups und Inhabern, die mit ihrem Herzblut an ihrem Geschäft hängen. Gegen Herzblut ist eigentlich nichts einzuwenden. Dennoch: Wer muss den leckeren Wurm mögen, der Fisch oder der Angler?

Wie Profis rangehen: In Produktentwicklung und Werbung wird alles am Schluss mehrfach mit Konsumenten getestet. Bei reinen Designaufgaben aber wird leider oft nur über subjektives Empfinden der Entscheider entschieden. Am besten der „Zielgruppe 1“ , dem Vorstand  oder der Ehefrau des Chefs (kein Witz). Diese Todsünde ist verknüpft mit unzureichendem Design-Briefing, s. u. . Oft hört der Designer sogar nur über Dritte etwas darüber „was der Boss gemeint hat“ – oder was als Meinung des Bosses vermutet wird.

Besonders oft entscheidet der Auftraggeber aus kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) „nach seinem Geschmack“ – er „bezahlt es ja schließlich“. Anstatt sich zu überlegen, ob es denn wirklich seine Zielgruppe anspricht. Er geht da oft auch über Empfehlungen seines Designers hinweg und will das nicht hören. Einige Auftraggeber sind sogar sehr verärgert und drohen dem Designer.

Viele Designer begehen aber auch selbst diesen Fehler, den ich Selbstverwirklichungsdrang nenne. Ihr eigener Geschmack wird allem darüber gestülpt, anstatt zu überlegen, ob das die Zielgruppe vom Hocker reißen wird.

 

Vorhöllengedanke 4: „Designforschung? Was?“

Während sich bereits drei Generationen lang Forscher und Marketingleute um Theorie, Modelle und Tools der Erforschung und Prognose von Werbewirkung bemühten, spielt Design-Forschung überwiegend noch auf „Neandertaler-Niveau“ – wenn sie denn überhaupt stattfindet. Der Fehler: In Focus Groups oder oberflächlichen Tests werden Verbraucher nach Vorlieben gefragt, und wenn 3 Personen in einer Focus Group ein Grün zu hell fanden, gilt das als Problem. So wird der geschmackliche Durchschnitt begünstigt, denn Verbrauchern gefällt immer am besten, was sie gerade verwenden und wie sie ihr Wohnzimmer eingerichtet haben. Keine Chance also für Regelbrecher, die Friktion und so erst richtig interessantes Design erzeugen könnten.

 

Vorhöllengedanke 5: „Für das Design selbst brauchen wir doch kein extra Briefing.“

„Stochern im Nebel“ anstelle kreativer und gleichzeitig logischer Erforschung. Es ist, als ob man einem Regisseur sagt „mach mal einen Film“ ohne Drehbuch, Zielpublikum und Hinweise dazu, ob es sich um einen Krimi, Science Fiction, ein Melodram oder einen Abenteuerfilm handeln soll. „Machen Sie mal“ geht also gar nicht. Aber selbst manche Designer finden „machen Sie mal“ spannend und fühlen sich kreativ  erst so richtig herausgefordert. Leider verschleudert man damit nur des Auftraggebers Geld.

Fazit:  Design ist das meistvernachlässigte Feld in der Marketing-Praxis. Und das trotz seiner entscheidenden Rolle für den Launch neuer Produkte, Dienstleistungen und für den nachhaltigen Erfolg bestehender Produkte und Dienstleistungen.

Die Ursache für diese Missstände und Defizite scheint darin zu liegen, dass die Bedeutung von Design, auch von Produktdesign oder von Design des Internetauftritts,  für den nachhaltigen Markterfolg noch immer von den Auftraggebern sträflich unterschätzt wird.

 

Und nun zum eigentlichen Thema:

Die 7 schlimmsten Fehler bei Agentur-Briefings als direkter Weg in die Hölle von Geldverlust, Stress und schlechtem Design.

 

Fehler 1: Die Stille Post der Hierarchien.

Die Hierarchie verhindert klares Formulieren. Es entsteht die Weisung von oben an den Marketingleiter: „Machen Sie mal was“, aber das ist keine ausreichende Anweisung an das eigene Marketing. Der Marketingleiter spielt „Stochern im Nebel“ und gibt das Stochern an die externen Designer weiter. Der Vorstand spielt „schlecht erreichbar“. Tun sie das alles der Designagentur und später Ihrem Auftritt nicht an. Er hat diese „Nebelpizza“ nicht verdient.

 

Fehler 2: Es werden keine konkreten Zielvorgaben genannt.

Angaben darüber, was, welche Reaktionen, welche Ergebnisse sollen genau  innerhalb welchen Zeitrahmens bis wann mit welcher Maßnahme erreicht werden, fehlen sehr gerne – in fast allen Design-Briefings sämtlicher Firmen. Egal ob von großen Marketingartiklern mit spezialisierten Strukturen oder von kleinen und mittleren Unternehmen mit Marketingleiter-One-Man-Shows. Meine Erfahrung, seit ich für große und kleine Auftraggeber arbeite: Man tut sich sehr schwer, solche Ziele zu formulieren  und sie der Agentur mitzuteilen. Es wird auch häufig vergessen oder auch bewusst unterlassen: Man möchte nicht, dass die Agentur einem zu sehr in die Karten schauen kann.

Das Ergebnis ist jedoch regelmäßig „Pizza“-Design, Beliebigkeit oder das Gegenteil: ganz in die falsche Richtung geschossen. Auf jeden Fall Geld verschleudert, Endkunden gelangweilt oder irritiert.

 

Fehler 3: Man will im Briefing zu viel des Guten.

Die Einzelmaßnahme soll mit einem einzigen Durchgang und am besten mit nur einem Motiv alles reißen: Imagegewinn und mehr Abverkauf, und hohe Kreativität darstellen plus die Innovationskraft der Firma belegen. Auch bei Logodesign ist das Überfrachten mit Bedeutungen und Absichten sehr beliebt. Das kann jedoch kein Logo leisten, weil das Gummipapier noch nicht erfunden ist.

Ein launiges Beispiel aus „Kunden aus der Hölle“ zeigt recht plakativ den Übererwartungs-Denkfehler, wie er gern in der Praxis passiert:

Kunde: „Wir möchten unseren Bekanntheitsgrad enorm steigern und so bekannt wie Yello Strom werden!“

Ich: „An was haben Sie denn da so gedacht?“

Kunde: „Zwei A5-Anzeigen in der Regionalen Presse müssen genügen, mehr Geld ist nicht da.“

Ich: „Also, um ehrlich zu sein, das dürfte nicht möglich …“

Kunde: „Wie, Was? Ich dachte, ich hätte es hier mit Werbeprofis zu tun!“

 

Fehler 4: Die Checklisten-Manie.

Die  Bedenken, beim Ausfüllen Briefing-Positionen zu vergessen, die wichtig sein könnten, erschaffen 30-seitige Briefing-Monster voller unwichtiger Details. Bei deren Lektüre sich Überreizung gleichzeitig mit dem Eindruck der Hilflosigkeit einstellt. Man weiß nicht, was man als Agentur damit eigentlich tun soll. Es sind Behörden-Schwarten entstanden, die lähmen. Aber es sollten Inspirationsfelder im abgesteckten Rahmen sein. Ein derartiges „Behörden“-Briefing muss dringend ausgeforstet werden. Drei Seiten müssen genügen, sonst nennt man das Dossier. Bei Procter & Gamble wird sogar nur eine DIN A 4-Seite akzeptiert.

 

Fehler 5: Das Gegenteil der Checklisten-Manie: das verhungerte Briefing.

Das Briefing hat Hunger: Ihm fehlt es ebenso wie dem technisch überfrachteten Briefing an Inspiration für die Kreativen. Es ist gar nichts  zum Anfassen da, den Kreativen wird wenig einfallen. Diese Briefings sind meist von KMU oder kleinen Einzelfirmen und derart mageren und nur – oft fehlerhaften – technischen Inhalts, dass sogar Druckerei-Techniker zweimal nachfragen müssten, wenn sie dazu anbieten sollten.

Kreativ andockbare Inhalte wie Angaben über die Zielgruppe oder die Absichten des zukünftigen Designwerks fehlen grundsätzlich ganz. Typisch für verhungerte Briefings, die den Designer technisch hilflos machen, in den Wahnsinn der geistigen Leere treiben und mit der hoffnungsvollen Aufforderung zum Stochern „machen Sie mal“ in dichtesten Nebel führen:

 

Ein oft gesehenes Negativ-Beispiel

„Ziel: Broschüre “

Kritik: Broschüre ist kein Ziel, es ist ein Werbemittel. Hier muss stehen, was mit der Broschüre erreicht werden soll. Die Absicht. Auch: Imagebroschüre oder Produktbroschüre? Kundenmagazin? Riesenunterschied in Ansprache und Design.

„Umfang: 24 Seiten“

Kritik: Sehr schön, aber Angaben zu Druckart/Raster/Papier fehlen

„Auflage: keine Angaben“

Kritik: Ein Designer muss unbedingt die Auflage kennen. Nur dann kann er Sie beraten, wie man das Objekt am geschicktesten designt, am Rechner prepressed und im Druck herstellt.

„Cover: ja“

Kritik: Ungenügend, auch für die Kostenerstellung. Es reicht nicht allein, zu wissen, dass ein Cover zu machen ist. Ein Cover braucht sogar ein explizites Briefing für sich. Denn es hat immer eine Sonderaufgabe.

„Zielgruppe: alle, 14-94“, oder fehlt.

Kritik: Ungenügend. Der Designer/Texter muss wissen, an wen genau sich seine Künste richten sollen. „Alle“ oder „14-94“ gehen heute in der Werbung sogar gar nicht mehr, da viel zu breit. Es muss spitzer nachgearbeitet werden.

„Bilder: vorhanden“

Kritik: Ungenügend. Ja was nun: Werden diese vom Auftraggeber geliefert, in welchem Dateiformat, welcher Auflösung oder müssen sie noch fotografiert werden, von wem? Braucht es gar eine übergreifende Bildkonzeption? Diese Dinge sind alle design-relevant und kosten-relevant und gehören somit zwingend in ein Briefing.

„Text: keine Angaben“

Kritik:  Schau’n mer mal? Werden diese vom Auftraggeber geliefert und wann? Oder muss getextet werden, was sollen die Texte leisten? Lektorat? (Hoffentlich doch)

usw.

 

Fehler 6: Der Briefing-Umfang steht in keinem Verhältnis zur Aufgabe.

Große Aufgaben brauchen ein großes Briefing und kleine Aufgaben ein kleines Briefing. Wenn der Designer eine Teaserkarte entwickeln darf, die in der Fußgängerzone verteilt wird, muss er nicht wissen, wie sich Ihr CSR im letzten Jahrzehnt entwickelt hat. In der Regel reicht eine halbe DIN-A4-Seite für so einen Teaser völlig aus. Wenn der Designer jedoch eine Image-Broschüre entwickeln soll oder gar einen großen Internetauftritt, ein Portal oder einen E-Shop, braucht er viele Angaben von Ihnen. Bei letzterem sogar ein möglichst umfangreiches Lasten-/Pflichtenheft.

 

Fehler 7: Das Rebriefing fehlt.

Briefings sind nicht in Stein gemeißelt wie die Gesetzestafeln des Moses. Im Gegenteil: Profi-Designer machen immer ein Re-Briefing. Was das ist: Die Rückmeldung des Designers, der Designagentur in schriftlicher oder mündlicher Form, ob sie die Aufgabe verstanden haben, was sie an der Aufgabe verstanden haben, und Fragen, die sie dazu haben. Es kann sogar bereits Wege aufzeigen, wie die Agentur vorgehen will und kann am Schluss Missverständnisse ausräumen. Es ist für den Auftraggeber eine Riesenchance für bessere Designlösungen und spart Geld, weil es verhindert, dass falsch weitergaloppiert wird.

Am besten wird ein Re-Briefing als offene Gesprächsrunde zwischen Auftraggeber und Designer angelegt. Als E-Mail-Kommunikation nur im Notfall oder bei kleinen Projekten. Sonst eher ungünstig, da zu ein-kanalig.

Alle Entscheidungen, die dann in diesem Gespräch getroffen wurden, erfordern eine schriftliche Überarbeitung des – ebenfalls bereits schriftlichen –  Ur-Briefings. Denn ein Briefing hat Vertragscharakter. Wie beweisbar separate nur-mündliche Absprachen sind, muss man sicher nicht erklären.

 

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